Reiseberichte: Nordvietnam - Hanoi am Roten Fluss 15

Erläuterungen zur thematischen Karte

Flächennutzungen im Betrachtungsbereich


Wohnquartiere (1)

Wie bereits weiter oben beschrieben, werden die Siedlungsflächen im Betrachtungsbereich hauptsächlich durch die Wohnnutzung dominiert. Dabei ist die lokale Eigenart der Siedlungsbereiche Hanois zu beachten: Die Einwohner verbinden sowohl das Familienleben sowie einen Großteil der Erwerbstätigkeit in ihren eng parzellierten Wohnbereichen. Dabei gehen die Einwohner nahezu jedes Hauses - zumeist im Neben-, teilweise er auch im Haupterwerb - einer stark diversifizierten Gewerbetätigkeit nach, die sich auf den Handel, der zumeist als Einzelhandel erfolgt, aber auch auf unterschiedliche Tätigkeiten im Servicesektor erstrecken. Durch diese Tätigkeiten werden die täglichen und teilweise auch wöchentlichen Bedürfnisse der Einwohnerschaft des Stadtbereiches abgedeckt und erfüllt. Neben dem Angebot von Einzelhändlern finden sich zahlreiche Restaurationen, Friseurbetriebe, kleine Reparaturbereiche für die Zweiräder, die als das Hauptfortbewegungsmittel dienen, Obst- und Gemüsehändler, Pharmahandel, Reparatur- und teilweise Handel von Unterhaltungselektronik, Händler für Reis.

Entlang der Hauptstraßen befindet sich im Erdgeschoß jedes Gebäudes das Angebot einer Familie. In den sich verengenden Nebenstraßen, die teilweise nur noch einen Querschnitt von einem Meter aufweisen können und in der Vertikalen durch die sich in den Obergeschossen oftmals verbreiternden Gebäude überdeckt werden, nimmt die Dichte des Angebotes ab. Allerdings befinden sich hier in den sich hofartig verbreiternden Straßenabschnitten oftmals kleine Märkte, wo Händler für verschiedene Agrarerzeugnisse das Angebot im Viertel erweitern.

Weiterhin sei auf die oben schon hingewiesenen zahlreichen mobilen Straßenhändlerinnen hingewiesen, die mit ihren Frischprodukten weiterhin zu der Versorgung des Viertels beitragen und die Produkte, die sie anbieten, von den in der Flussniederung in Privatinitiative bewirtschafteten Flächen zum Verkauf in das Wohngebiet transportieren.

Standortdiversifizierung innerhalb des Wohnquartiers

Im Randbereich des Wohnquartiers zu der tangential- bzw. parallel verlaufenden Hauptverkehrsachse ist eine Spezialisierung des Angebotes zu betrachten. Teilweise ist diese Spezialisierung auf den Tourismus bezogen. Von der Sofitel-Plaza aus gelangt man in die Wohnquartiere. Hier, im Kreuzungsbereich von An Doung mit der in das nördlich angrenzende Yen Phu Wohnquartier führenden Straße erfolgt eine Angebotsspezialisierung: Es befindet sich hier beispielsweise die Bankfiliale, die durch die Bewohner der angrenzenden Wohngebiete genutzt werden kann. Weiterhin befinden sich hier auch Hotels, v.a. Das "Sofitel", aber auch kleinere Einrichtungen wie etwa das „Sun-Hotel", sowie die größte Reparaturwerkstatt für Zweiräder im Betrachtungsbereich. Im Weiteren Verlauf der An Duong finden sich lediglich nur noch zwei kleine Einraumwerkstätten für kleinere Reparaturen von Krafträdern und Rollern der Anwohner. Neben einigen Kaffees und Bars, die nach westlichem Vorbild organisiert werden - das heißt, dass diese Betriebe auf vergrößerter Grundfläche über einen Gastraum mit Theke und Sitzbereichen verfügen, das Angebot ebenfalls an westlichen Geschmäckern orientiert ist - befinden sich hier zwei Geschäfte für Kleidungsartikel mit Schneiderei bzw. Änderungsschneiderei. Beides, Kleidung sowie Schneiderarbeiten werden im Innern des Wohngebietes nicht angeboten. Eine weitere Diversifizierung ist in der Ansiedlung von produzierenden Gewerbe erkennbar: Hier findet sich ein Schlossereibetrieb, der auf der südlichen Straßenseite die Park- und Garagenflächen (Flächen für den ruhenden motorisierten Verkehr) abschließt. Die in diesem Betrieb Tätigen leben Andernorts im Wohngebiet, da dem Betrieb ausnahmsweise keine Wohnnutzung angegliedert ist.

Es fällt weiterhin auf, dass hier in diesem Bereich des spezialisierten Angebotes, der sich vom Eingang des Wohngebietes an der Sofitel-Plaza bis zur in das Innere des Wohngebietes nach Süden führenden Straßenbiegung erstreckt, Arbeitsplätze in Betrieben wie dem Hotel, der Bankfiliale oder auch der Schlosserei bestehen, die nicht mit dem Wohnbereich kombiniert sind, sondern zu denen die Beschäftigten oder Angestellten - Tätigkeiten von Angestellten bestehen im Wohnbereichsinneren ebenfalls nicht - aus den Wohnbereichen begeben müssen. Somit erfolgt hier eine Trennung von Wohn- und Arbeitsbereichen, die nicht der traditionellen Lebensform entspricht.

Zu diesen Betrieben gehört auch die einzige Autowerkstatt, die ich im Betrachtungsbereich entdecken konnte. Diese Autowerkstatt ist räumlich an die Flächen für den ruhenden motorisierten Verkehr sowie dem Eingang in das Siedlungsgebiet von der Sofitel-Plaza aus angebunden; eine Ansiedlung im Wohnbereichsinnern schließt sich hier schon aufgrund der räumlichen Enge sowie des recht geringen Querschnitts auch der Hauptstraße (An Duong) aus. Die Werstatt befindet sich auf der Nordseite der hier in EW- Richtung verlaufenden An Duong.

Weiterhin ist eine Nutzungsdiversifizierung in der Ansiedlung einer Schule (Grund- und oder Mittelschule) zu sehen, die hier ebenfalls an der Nordseite des südlichen Zweigs der An Duong direkt vor der in das Quartiersinnere führenden Straßenbiegung errichtet ist. Allerdings befinden sich in dem Schulgebäude ebenfalls noch weitere (Neben-) Nutzungen, da im hinteren Bereich des Erdgeschosses noch Lagerräume bestehen.

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Karten zum Thema Stadt am Roten Fluss

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